Pflegezusatzversicherung: Marktführer behaupten ihre Position in einem schwachen Markt
Die private Pflegezusatzversicherung soll die Finanzierungslücken der gesetzlichen Pflegeversicherung schließen und Versicherte vor steigenden Pflegekosten schützen. Doch obwohl der Absicherungsbedarf seit Jahren wächst, kommt der Markt kaum voran. Versicherungsbote zeigt, welche Anbieter dennoch die größten Bestände halten und die private Pflegevorsorge in Deutschland prägen.
Pflege ist in Deutschland längst kein abstraktes Zukunftsrisiko mehr, sondern eine konkrete finanzielle Realität. Wer heute stationär gepflegt wird, muss erhebliche Kosten selbst tragen. Zum Stand 1. Januar 2026 lagen die pflegebedingten Aufwendungen einschließlich Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten im Bundesdurchschnitt bei 3.542 Euro pro Monat je Pflegeheimbewohner. Noch im Jahr 2020 waren es gut 2.000 Euro. Innerhalb weniger Jahre ist die finanzielle Eigenbelastung damit um rund drei Viertel gestiegen. Allein gegenüber dem Vorjahr betrug der Anstieg fast 300 Euro monatlich.
Diese Zahlen markieren mehr als eine bloße Kostensteigerung. Sie verschieben die Logik des Systems. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung ist bewusst nicht darauf ausgelegt, die tatsächlichen Kosten vollständig zu tragen. Mit jedem weiteren Anstieg wächst damit automatisch der Anteil, den Pflegebedürftige selbst finanzieren müssen.
Parallel dazu steigt die Zahl der Betroffenen in einem Tempo, das die Tragweite dieser Entwicklung erst sichtbar macht. Ende 2023 erhielten rund 5,69 Millionen Menschen Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung – mehr als doppelt so viele wie noch 2015. Damit hat sich Pflege innerhalb weniger Jahre von einem individuellen Risiko zu einem Massenphänomen entwickelt. Und die Folgen sind längst im System angekommen: Bereits heute ist fast jeder zweite Pflegeheimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen. Die staatlichen Ausgaben für Hilfe zur Pflege steigen entsprechend stark (Versicherungsbote berichtete).
Zwei Wege der Vorsorge – und ein gemeinsames Problem
Um diese Finanzierungslücke zu schließen, hat sich neben der gesetzlichen Pflegeversicherung eine zweite Säule etabliert: die private Pflegezusatzversicherung. Sie soll jene Kosten auffangen, die von der gesetzlichen Absicherung bewusst nicht vollständig übernommen werden. Versicherte können damit ihre finanzielle Belastung im Pflegefall kalkulierbarer machen.
Dabei existieren zwei unterschiedliche Modelle:
- Zum einen die klassische private Pflegezusatzversicherung, die individuell kalkuliert wird und eine bedarfsgerechte Absicherung ermöglicht (auch "ergänzende Pflegeversicherung").
- Zum anderen der sogenannte Pflege-Bahr, der 2013 als staatlich geförderte Variante eingeführt wurde (auch "geförderte Pflegeversicherung"). Er richtet sich insbesondere an Personen, die aufgrund gesundheitlicher Risiken keinen Zugang zur ungeförderten Zusatzversicherung haben. Der Staat unterstützt diese Verträge mit einem festen Zuschuss, während Versicherer im Gegenzug auf eine Gesundheitsprüfung verzichten müssen.
Beide Modelle verfolgen dasselbe Ziel: die wachsende Finanzierungslücke der Pflegeversicherung zu schließen. Mit steigenden Eigenanteilen wächst damit auch ihre systemische Bedeutung.
Ein Markt, der nicht mit dem Bedarf wächst
Doch genau hier zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch. Während Pflegekosten und Pflegebedürftigkeit kontinuierlich steigen, entwickelt sich der Markt der privaten Vorsorge nicht im gleichen Maß. Statt zu wachsen, stagnieren die Bestände – oder gehen sogar leicht zurück.
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Mathias Heuberger
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